Vorgehen

Diese Operation beinhaltet die Versteifung des Grosszehengrundgelenks (erstes Metatarsophalangeal-Gelenk, erstes MTP Gelenk). Das Ziel der Operation ist die gerade Ausrichtung des Gelenks und die Immobilisierung. Dies mindert die Schmerzen, da somit die Bewegung über das arthrotisch veränderte Gelenk beseitigt wird. Diese Versteifung wird üblicherweise bei Patienten mit einer ausgeprägten Arthritis im ersten MTP Gelenk (spätes Stadium oder schwerer Hallux rigidus) durchgeführt. Das Verfahren kann aber auch als Therapie der letzten Hoffnung (Salvage Therapie) für Patienten mit einer schweren Hallux valgusFehlstellung) benutzt werden. Für die Operation muss jeglicher übriggebliebener Knorpel auf der arthritischen Gelenksfläche entfernt und der darunterliegende Knochen für die Versteifung angesfrischt werden. Das Gelenk wird so positioniert, dass eine maximal mögliche Gehfunktion bei gleichzeitig akzeptabler Ausrichtung gewährleistet wird. Somit wird die Zehe üblicherweise so positioniert, dass sie nur wenig den Boden berührt und in einer gewichtstragenden Position ist. Das fusionierte Gelenk wird mit zwei oder drei Schrauben oder Klammern befestigt (Siehe Abbildung 1), wobei alternativ eine Platte für die Stabilisierung benutzt werden kann.

Abbildung 1
Figure 1

Heilung

Abhängig vom Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten, braucht die Heilung zwischen 8 und 12 Wochen. Während dieser Zeit ist eine gewisse Gewichtsbelastung durch die Ferse, sofern ein Gips oder eine Unterschenkel Gehorthese benutzt wird, erlaubt. Der exakte Genesungsplan wird durch den Chirugen und durch die Qualität des Knochens definiert. Nach einer frühen Heilungsphase (etwa 8 Wochen) können die Patienten ihr Aktivitätsniveau erhöhen und auf einen Schuh mit harter Sohle und grosser Zehenbox (oder eine Schuhnummer grösser) wechseln. Das Mitwirken-wollen nach der Operation durch den Patienten (postoperative Compliance) und/oder ein Physiotherapieprotokoll sind entscheidend für das Verhindern eines Versagen der Befestigung, Verlust der Ausrichtung oder Nicht-Heilung des Knochens, wodurch bei allen genannten Fällen eine erneute Operation notwendig wird.

Mögliche allgemeine Komplikationen

  • Wundheilungsprobleme
  • Infektionen
  • Lokale Nervenverletzung
  • Nicht-Vereinigung

 

Mögliche spezifische Komplikationen

  • Fehlpositionierung des Gelenks. Die falsche Positionierung ist eine mögliche Komplikation, da der Chirurg gegebenenfalls Schwierigkeit hat, die beste Position, in welcher das Gelenk versteift werden soll, zu definieren. Dabei ist diese Komplikation aber relativ selten. Jedoch können in gewissen Fällen eine feine Fehlpositionierung zu Beschwerden führen, da die grosse Zehe einer unverhältnismässig grossen Kraft während des Gehens ausgesetzt wird. In den seltenen Fällen, wo dies auftritt, kann er durch eine weitere Operation korrigiert warden.
  • Nicht-Heilung des Gelenks. Die Nicht-Heilung ist wahrscheinlich häufiger als die Fehlverheilung nach einer Versteifung des ersten MTP Gelenks. Dem ist so, da das Gelenk an sich sehr klein ist. Deswegen ist der Bereich, an welchem wir erwarten, dass der Knochen zu heilen beginnt, auch sehr klein ist. Falls der Patient diesen Bereich nicht mit genügend reifem Knochen überbrücken kann, bleibt die Stelle symptomatisch. Eine weitere Versteifungsoperation mit mehr Schrauben und Platten und allenfalls einem Knochentransplantat bringt meist den gewünschten Erfolg und der Bereich heilt aus.
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