(ORIF bedeutet „offene Reposition und interne Fixation“- ein operatives Eröffnen der verletzten Region, Repositionierung der Knochen und Gelenke an ihre ursprüngliche Position, und das Benutzen von Schrauben und Platten für die interne Befestigung in der richtigen Position)

Indikationen

Die Lisfranc Gelenke sind im Mittelfuss gelegen (Abbildung 1). Die Hauptindikation für diese ORIF-Operation sind verschobene Lisfranc Gelenke oder ein instabiler Lisfranc Bruch, oder ein verschobener Bruch. Das Ziel der Operation ist die Repositionierung der Knochen und der Gelenke im Mittelfuss, um die verletzten Bändern heilen zu lassen.

Abbildung 1: Lisfranc Gelenke
Figure 1

Vorgehen

Die Lokalisation des Schnittes wird durch den Ort des Bruches und die Lokalisation der unterbrochenen Gelenke definiert. Wenn alle Lisfranc Gelenke unterbrochen sind, so sind zwei bis drei Schnitte an der Oberseite des Fusses notwendig; einer an der inneren Oberseite und/oder Innenseite, und einer an der äusseren Oberseite des Fusses. Wenn die ersten drei tarsometatarsal Gelenke unterbrochen sind, müssen nur ein bis zwei Schnitte auf der Oberseite und/oder Innenseite des Fusses nötig. Alsbald die tarsometatarsal Gelenke identifiziert wurden, wird der Schnitt hinunter bis auf die betroffenen Gelenke durchgeführt und die Trümmer ausgeräumt. Die Gelenke werden in die Position, in welcher sie vor der Verletzung waren, repositioniert. Dann werden die Gelenke mit starken Schrauben befestigt. Falls jedoch viele Stücke vorhanden sind, ist eine Befestigung mit einer Platte nötig (Abbildung 2). Eine Ausnahme stellt die Unterbrechung der vierten und fünften Tarsometatarsal Gelenke dar; in diesem Fall werden die Gelenke übergangsmässig mit einem Draht befestigt. Nach etwa sechs Wochen können die Drähte dann entfernt werden um den Gelenken eine gewisse Beweglichkeit zu ermöglichen.

Abbildung 2
Figure 2

Erholung

Die Erholungszeit nach einer Operation nach einem Lisfranc Bruch, einer Subluxation oder Dislokation variieren je nach Schwere der zugrunde liegenden Verletzung und der Stabilität der Fixation. Eine typische Genesung beinhaltet meist:

0-6 (oder 8) Wochen postoperativ

Der Patient belastet den Fuss nicht um eine angebrachte Heilung der Knochen und der Bänder zu erlauben. Wobei die Bänder länger für die Heilung benötigen.

6 (oder 8) -10 (oder 14) Wochen postoperativ

Der Patient darf mit der Gewichtsbelastung des Fusses beginnen, sofern dieser in einer Gehschiene, also einer pneumatischen Gehorthrese, gestützt wird. Dieser Schuh (charakterisiert durch eine steife und gebogenen Sohle) bewirkt eine Verschiebung der Belastung weg vom Mittelfuss und hinauf zum Bein.

Über 10 (oder 14) Wochen postoperativ

Nach 10-14 Wochen darf der Patient auf einen Schuh mit steifer Sohle wechseln. Eine verschobene Verletzung benötigt mehrere Monate für die Heilung. Bei den meisten Lisfranc Verletzungen werden 70% der Erholung in den ersten 6 Monaten erreicht, aber trotzdem dauert es ein Jahr oder länger bis der Patient die maximal mögliche Verbesserung erreicht hat.

Mögliche allgemeine Komplikationen

  • Asymmetrisches Gangbild (was zu Schmerzen an einem anderen Ort führt)
  • Tiefe Beinvenenthrombose (TVT)
  • Lungenembolie (LE)
  • Wundheilungsprobleme
  • Versagen alle Beschwerden zu lösen

 

 Mögliche spezifische Komplikationen 

  • Eine Verletzung des Nerven. Eine Verletzung des Nerven zwischen dem ersten und dem zweiten Metatarsalen (tiefer Peroneusnerv), und an der oberen Innenseite des ersten Metatarsalen (medialer Ast des oberflächlichen Peroneusnerven), kann sich durch die Schnittsetzung ereignen. Eine Nervenverletzung kann durch das Zurückziehen, eine direkte Verletzung oder Vernarbung währen der Erholung auftreten. Falls diese Nerven verletzt oder zertrennt werden, so kann der Patient Taubheit oder Schmerzen am Nervenverlauf empfinden.
  • Versagen der Implantate. Obwohl Schrauben eingesetzt werden um die Gelenke zu stabilisieren, werden sie nicht versteift. Die Bewegung wird während dem Genesungsprozesses unterstützt und die eingebauten Schrauben haben das Potential zu brechen. Obwohl das Entfernen der zerbrochenen Schrauben nötig wird, so muss berücksichtigt werden, dass diese Entfernung den Mittelfuss schwächen wird.
  • Mittelfusskollaps. Mit dem Brechen der Schrauben zusammenhängend, so hat der durch die Entfernung der kaputten Schrauben, geschwächte Mittelfuss das Potential im Tarsometatarsalgelenk einzustürzen.
  • Schmerzhafte Implantate. Schmerzen können mit den eingesetzten Schrauben verbunden sein. Dies tritt häufiger bei Lisfranc-Brüchen auf, da die eingesetzten Materialien eine stärkere Tendenz dazu haben prominent hinauszustehen, als an anderen Orten des Fusses.
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