Zusammenfassung

Metallschrauben und -platten werden häufig in der Chirurgie verwendet, um Brüche (=Frakturen) zu fixieren, Gelenke zu fusionieren oder Knochen zu stabilisieren, welche im Bereich des Fusses und des Knöchels durchtrennt wurden (Osteotomien). In den meisten Fällen verursachen diese Schrauben und Platten keine Beschwerden und verbleiben dauerhaft im Fuss. Bei einigen Patienten kann das Osteosynthesematerial jedoch hervortreten oder eine nahegelegene Sehne oder andere Weichteile reizen. Einige Patienten berichten  auch von wetterbedingten Schmerzen im Fuss oder Knöchel. Dies kann zunächst mit einer Anpassung der Schuhe, Polsterungen der betroffenen Stelle und anderen Massnahmen zur Verringerung der lokalen Schwellung und Entzündung behandelt werden. Wenn das Resultat jedoch nicht zufriedenstellend ist, kann u.U. das schmerzende Osteosynthesematerial entfernt werden, sobald die Fraktur, die Versteifung oder der Knochenschnitt vollständig verheilt ist.

Klinische Präsentation

Patienten, bei denen operativ eine Fraktur stabilisiert oder ein Knochen des Fusses und des Sprunggelenks versteift wurde, können verbleibendes Osteosynthesematerial besitzen, das auffällig werden und/oder Unbehagen verursachen kann. Während die meisten Implantate keine Symptome verursachen, entwickeln dennoch einige wenige Patienten Beschwerden. Die Symptome können auf eine Schraube oder Platte zurückzuführen sein, welche am Schuh reibt oder es können Schmerzen entstehen, falls eine Sehne oder Weichteile durch einer vorstehende Schraube oder Platte gereizt werden. Sobald die Patienten sich von der ursprünglichen Verletzung oder Operation erholt haben, werden die Schwellungen und die Schmerzen meist nicht mehr als störend empfunden. Im Laufe der Zeit, wenn die Schwellung nachlässt, kann es jedoch vorkommen, dass das Osteosynthesematerial hervorragt und in einigen Fällen entfernt werden muss. Keine Implantate in der Fuss- und Sprunggelenkschirurgie lösen einen Alarm beim Metalldetektor am Flughafen aus. Einige Patienten berichten jedoch über Schmerzen im Bereich des Fusses oder des Knöchels, die auf wetterbedingte Schwankungen zurückzuführen sind.

Untersuchung

Bei der Untersuchung kann das Osteosynthesematerial in der Regel unter der Haut ertastet werden. Möglicherweise ist ein Schleimbeutel (flüssigkeitsgefüllter Gewebesack) oder ein Entzündungsherd mit diesem Bereich verbunden. Die Beschwerden können oft durch eine bestimmte Bewegung des Gelenks oder durch die Bewegung benachbarter Sehnen reproduziert werden.

Bildgebung

Sofern es sich um Metallimplantate handelt, können diese mit einem Röntgen dargestellt werden (die meisten Schrauben sind aus Edelstahl). Röntgenaufnahmen können auch den Bereich des Osteosynthesematerials lokalisieren, welcher wahrscheinlich die Beschwerden verursacht. Gelegentlich können hervorstehende, nicht resorbierbare Fäden oder anderes zurückgebliebenes chirurgisches Material Symptome hervorrufen. Diese Objekte sind in der Regel nicht auf einem Röntgenbild zu sehen (Röntgenstrahlen durchlässig). MRT-Scans sind bei schmerzhaften Metallimplantaten selten sinnvoll, da Metall ein „Artefakt“ verursacht, das die Darstellung des benachbarten Gewebes oder sogar des gesamten Fusses unmöglich macht.

Behandlung

Die meisten Implantate, die zur Fixierung eines Bruchs oder zur Sicherung eines Gelenks eingesetzt werden, müssen nicht entfernt werden und verursachen in der Regel keine Beschwerden. In den meisten Fällen wird es entweder im Knochen belassen oder ist bei ausreichender Abdeckung durch Weichteile nicht sichtbar. Bei einigen Personen und bei bestimmten Operationen können jedoch Symptome auftreten. In diesem Fall können die Beschwerden mit einer lokalen Polsterung behandelt werden, wie zum Beispiel mit einer dicken Socke oder einem lokalen Gelkissen. Ein Wechsel des Schuhwerks oder eine Anpassung vorhandener Schuhe kann sich ebenfalls vorteilhaft auswirken. Wenn dies nicht zu einer akzeptablen Reduktion des Leidens führt, sollte die Entfernung der Implantate nach der vollständigen Abheilung der Fraktur oder Fusion in Erwägung gezogen werden.

Chirurgische Entfernung

Ein operatives Entfernen der Implantate wird in der Regel ambulant durchgeführt (d.h. der Patient kann noch am selben Tag nach Hause gehen). Bei vielen Implantaten kann dies unter Regional- oder Lokalanästhesie (d.h. einer „Nervenblockade“) erfolgen. D.h. der Patient kann, sofern er dies wünscht, während des Eingriffs wach bleiben. In der Regel werden die gleichen Schnitte wie bei der ursprünglichen Operation durchgeführt. Bei der Entfernung des Osteosynthesematerials bestehen ähnliche perioperative Risiken wie bei jedem chirurgischen Eingriff. Bei gewissen Fuss- und Knöcheloperationen müssen die Implantate häufiger entfernt werden als bei anderen. Dazu gehören:

  • Eine Fixation des distalen Wadenbeins bei einer Fraktur des Sprunggelenks.
  • Eine Fersenbein-Osteotomie mit einer hervorstehenden Schraube im Bereich der Ferse.
  • Eine Fersenbeinfraktur mit Osteosynthesematerial an der äusseren Seite des Fersenbeins.
  • Eine Verlängerung der lateralen Säule im Rahmen einer Plattfussrekonstruktion mit Osteosynthesematerial an der Aussenseite und am vorderen Teil des Fersenbeins (Kalkaneus).

Osteosynthesematerial im Bereich des Mittel- bzw. Vorfusses kann hervortreten und muss gegebenenfalls ersetzt werden.

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