Indikationen

Der Sehnentransfer der Peroneus longus Sehne auf die Peroneus brevis Sehne ist ein Vorgehen, bei welchem eine der Sehnen (Peroneus longus) am äusseren Teil des Knöchels (posterolateral) zum Ansatzpunkt der anderen Sehne (Peroneus brevis) am Mittelfuss umgeleitet wird.

Die Hauptindikation für diese Operation ist die Dysfunktion oder Riss der Peroneus brevis Sehne, welche bei der Peronealen Tendinitis (Sehnen-Entzündung) auftreten kann. Beide Peroneussehnen helfen den Fuss und Knöchel zur Aussenseite zu drehen (Eversion) und beide beim Gehen zu stabilisieren. Die Peroneus brevis Sehne setzt an der Basis des Mittelfusses an (Basis des fünften Mittelfuss-Knochens), während die Peroneus longus Sehne in einer ähnlichen Richtung verläuft, sich dann aber unter den Fuss schlängelt und dort an der Basis an der Innenseite des Fusses (Basis des ersten Metatarsalknochens) ansetzt.

Eine zweite, seltenere Indikation für einen Peroneus longus auf brevis Sehnentransfer ist eine Überaktivierung der Peroneus longus Sehne, wodurch die Basis des grossen Zehs bei jedem Schritt in den Boden gedrückt wird. Dies kann bei einem extrem hohem Fussgewölbe der Fall sein. Dies tritt oft bei Charcot-Marie-Tooth auf, wo Patienten ein hohes Fussgewölbe entwickeln. Falls vorhanden können Schmerzen an der Basis des grossen Zehen auftreten. Dies kann meist mittels Orthesen (Schienen, Spezialschuhe) und anderen nicht-operativen (konservativen) Therapien behandelt werden. Falls die konservative Behandlung aber fehlschlägt, so ist Sehnentransfer angezeigt, entweder alleine oder in Kombination mit anderen Operationen, welche zur Korrektur verbundener Deformitäten gedacht sind.

Vorgehen

Ein Peroneus longus auf brevis Sehnentransfer benötigt einen Schnitt an der Aussenseite des Knöchels um beide Sehnen freizulegen. Falls die Peroneus brevis Sehne verletzt oder durchtrennt ist und nicht repariert werden kann, so ist es meist von Vorteil, wenn diese Sehne in die Peroneus longus Sehne, welche daneben verläuft, transferiert wird. Dies ermöglicht dem Muskelbauch des Peroneus brevis den Funktionserhalt und somit das Auswärtsziehen (Eversion) des Fusses. Ein zweiter Schnitt muss eventuell weiter entfernt (distal) gemacht werden um die Peroneus longus Sehne an die Basis des fünften Metatarsalen, wo die Peroneus brevis Sehne ansetzt, anzumachen oder –nähen.

Erholung

Um einen Erfolg zu erhalten muss der Sehnentransfer verheilen. Dies benötigt normalerweise 12 Wochen ohne Gewichtsbelastung oder mit begrenzter Belastung mit dem fixierten Fuss und Knöchel in einem Gips oder einer Gehorthese. Danach wird der Knöchel rehabilitiert und die Muskeln entwickeln sich, damit sie in der neuen Art und Weise funktionieren können.

Mögliche Komplikationen

Spezifische Komplikationen dieser Operation beinhalten:

  • Suralis Nervenverletzung: Eine Irritation des Suralisnervens ist relativ häufig. Der Nerv verläuft in der Nähe des Schnittes und kann gestreckt, durch Narbengewebe irritiert oder gar geschnitten werden. Falls eine Suralis Nervenverletzung stattfindet, tritt eine Taubheit und/oder Brennen an der Aussenseite des Fusses auf.
  • Versagen der Sehnenreperatur. Ein Versagen der Sehne ist auch eine Möglichkeit. Falls dies eintritt, ist eine begrenzte oder schwache Bewegung des Fusses und Knöchels zur Aussenseite (Eversion) möglich.
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