(Zehennagelpilz oder Onychomykose)

Klinische Präsentation

Zehennagelpilz (Onychomykose) ist eine häufige, oft asymptomatische Erkrankung der Zehennägel. Patienten klagen über unansehnliche Zehennägel, haben aber selten Beschwerden. Eine Verletzung des Nagelbettes kann ebenfalls zu einer Nageldeformität führen und ist Teil der Differentialdiagnose. Zehennagelpilzinfektionen sind durch eines oder mehrere der folgenden Symptome gekennzeichnet: gelbe Streifen oder Verfärbungen des Nagelbettes, verfärbte und verdickte Zehennägel, spröde und verdickte Nägel, weiche und pulvrige Nageloberflächen, weisse Flecken oder Streifen auf der Nageloberfläche, Aufbau von Hautteilen und Nagelfragmenten unter dem Nagelbett und beschädigte, braune oder graue Nageloberflächen. Die Erkrankung wird durch Pilze (Dermatophyten), Trichophyten (häufig), Microsporum, Epidermophyten oder Hefepilze ausgelöst. Die Erkrankung ist häufiger bei Patienten mit Diabetes. Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung oder durch mikroskopischen Nachweis von Pilzelementen aus Abschabungen.

Behandlung

Die Beseitigung einer Pilzinfektion kann sich als äusserst schwierig erweisen, da die Infektion tief in den Nagel eingebettet und schwer zugänglich ist. Die Behandlung umfasst die Kontrolle der Erkrankung oder deren Beseitigung. Herkömmliche Behandlungsmöglichkeiten beinhalten:

Lokale Behandlungen wie z.B. Nagellacke:
Für leichte bis mittelschwere Nagelpilze kann ein lokales Antimykotikum von grossem Nutzen sein. Der Lack wird täglich auf den betroffenen Nagel aufgetragen. Eine Verbesserung des Nagels wird oft nach längerer Zeit (1 Jahr) erreicht. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass der Lack meist schlecht in die Nagelplatte eindringt. Infolgedessen kann diese Behandlung sehr effektiv sein, um den Zustand zu kontrollieren und bessere Nägel zu erhalten, aber sie beseitigt die Infektion nur bei weniger als 10 Prozent der Patienten.

Orale Medikamente wie Terbinafin oder Itraconazol:
Orale Antimykotika (Itraconazol und Terbinafin) können einmal täglich über einen variablen Zeitraum von in der Regel 12 Wochen, mit zufriedenstellendem Ergebnis bezüglich der Beseitigung der Pilzinfektion (in der Grössenordnung von 60-70 Prozent Erfolg), geschluckt werden. Das Problem bei dieser Behandlung ist neben den Kosten auch das Risiko für schwerwiegende Leberprobleme. Diese Medikamente werden in der Leber verstoffwechselt und wurden mit einer Erhöhung der Leberenzymen und Leberversagen in Verbindung gebracht, was möglicherweise zur Notwendigkeit einer Lebertransplantation oder zum Tod führen kann. Infolgedessen wurde im Juli 2001 in den Verbraucherinformationen der FDA eine Gesundheitsempfehlung erlassen, welche die schwerwiegenden Risiken dieser Medikamente beschreibt. Bei Patienten, die ansonsten eine gesunde Leber haben, werden diese Medikamente jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit gut vertragen, vorausgesetzt, die Auswirkungen werden von einem Arzt genau überwacht.

Lasertherapie:
Bei der Behandlung von Pilzinfektionen wird die Lasertherapie immer beliebter. Es gibt verschiedene Arten von Lasern, die jeweils ein anderes Behandlungsprotokoll erfordern. Es gibt einen allgemeinen Mangel an Peer-Review-Daten zur Laserbehandlung. Es existieren jedoch retrospektive Studien, die darauf hindeuten, dass sie von Nutzen sein können. Es wird angenommen, dass der Laser in den Nagel eindringt und den Pilz abtötet.