Zusammenfassung

Eine Drehverletzung des Knöchels und des Fusses kann zu einem Ausriss an der Basis des 5. Mittelfussknoches führen – der Knochen an dem der Kleinezeh befestigt ist (Abb. 1). Ein kleines Fragment an der Basis dieses Knochens wird von einem starken Band, welches dort ansetzt, weggerissen. Eine Tänzer-Bruch führt zu lokalisierten Schmerzen, Schwellungen, und erschwert das Gehen.  In den meisten Fällen kann dieser Bruch konservativ, mit einer Ruhigstellung in einem Wanderschuh und eingeschränkter Belastung, behandelt werden. Typischerweise dauert es etwa 6 Wochen bis der Knochen genügend geheilt ist und der Fuss wieder vermehrt belastet werden kann. Bis zur vollständigen Heilung dauert es in der Regel bis zu 12 Wochen. Diese Verletzung unterscheidet sich von einer sogenannten „Jones-Fraktur“ welche weiter entfernt von der Basis des 5. Metatarsalknochens auftritt und bei übermässiger Belastung dieser Region vorkommt.

Abb. 1:  Tänzer-Bruch

Tänzer-Bruch 1

Klinische Präsentation

Ein Patient, welcher ein akutes Drehtrauma des Knöchels erleidet, kann die Basis des 5. Mittelfussknochens verletzen (vergl. Abb. 1). Dies führt zu akutem Schmerz an der Aussenseite des Fusses und kann mit einer starken Schwellung einhergehen. Mit der Zeit kann sich die Haut Schwarz und Blau verfärben. Die Verletzung ist verbunden mit einer erhöhten Empfindlichkeit an der Aussenseite des Fusses (über der Basis des 5. Mittelfussknochens). Patienten welche eine Ausrissfraktur an der Basis des 5. Mittelfussknochens erlitten haben, werden von einem Drehtrauma des Knöchels/Fusses berichten (Drehung nach innen und unten), ähnlich wie bei einer Knöchelverstauchung (Abb. 2).

Abb. 2: Drehtrauma welches zur Verletzung führt

Tänzer-Bruch 2

Klinische Untersuchung

Drückt man auf die Aussenseite des Fusses, wird erhöhte Empfindlichkeit über der Basis des 5. Metatarsalknochens festgestellt. Die erhöhte Schmerzempfindlichkeit kann über einer grösseren Fläche an der Aussenseite des Fusses bestehen. Typischerweise ist die Blutversorgung und die Sensibilität des Fusses normal. Bei der Untersuchung muss getestet werden, ob der Patient seinen Fuss nach aussen bewegen kann. Dies wird untersucht indem der Fuss in eine Aussenstellung gebracht wird und der Patient diese Stellung gegen Druck des Arztes halten soll. Dies stellt sicher, dass die Sehnen, welche den Fuss nach aussen drehen, noch intakt sind. Diese Untersuchung ist meistens etwas unangenehm für den Patienten. Normalerweise ist es aber dennoch möglich des Test durchzuführen.

Bildgebende Untersuchungen

Ein Röntgenbild des Fusses wird einen Ausriss an der Basis des 5. Mittelfussknochens zeigen. Die Grösse des ausgerissenen Fragments kann beträchtlich variieren. Der Abstand der Bruchstücke wird an der Aussenseite des Knochens (laterale Seite) grösser sein als auf der innenseite (mediale Seite – Abb. 3).

Abb. 3A: Röntgenbild von der Seite

Tänzer-Bruch 3

Abb. 3B: Röntgenbild von oben

Tänzer-Bruch 4

Behandlung

Ein Tänzer-Bruch ist eine Verletzung, welche üblicherweise konservativ behandelt wird. Kann der Patient den Fuss aktiv nach aussen drehen (Eversion), wird die Verletzung mit grosser Wahrscheinlichkeit mit einer nicht-operativen Behandlung abheilen. Die Behandlung beinhaltet eine Ruhigstellung des Fusses, um der Fraktur Zeit für die Heilung zu geben. Dafür sollten Patienten einen Wanderschuh tragen. In den ersten Wochen darf der Patient nicht viel gehen und sollte Krücken benutzen. Wenn die Schwellung zurückgeht und der Bruch zu heilen beginnt, kann das Aktivitätsniveau gesteigert werden. Nach 6 Wochen ist die Verletzung normalerweise soweit abgeheilt, dass ein Schuh mit steifer Sohle und genügend Polsterung verwendet werden kann.

Weil es lange dauert bis die Heilung eintritt, kann dies eine sehr frustrierende Verletzung sein. Patienten klagen häufig noch nach 8 oder mehr Wochen über Symptome. Es kann mehrere Monate dauern bis die Heilung vollständig abgeschlossen ist. In sehr seltenen Fällen, bei denen das Frakturfragment komplett disloziert (verschoben) ist und der Patient den Fuss nicht mehr nach aussen bewegen kann, muss eine operative Behandlung in Betracht gezogen werden. In diesem Fall wird das Knochenfragment wieder in seine korrekte Position gebracht und mit einer Schraube/Draht fixiert.

Der Tänzer-Bruch wird häufig mit einer stressbedingten metadiaphysären Fraktur des 5. Metatarsalknochens (Jones-Fraktur) verwechselt. Eine Jones-Fraktur tritt auf bei wiederholter Überbelastung der Aussenseite des Fusses, z.B. wegen einer Fehlstellung des Fusses oder des Beins. Anders als ein Tänzer-Bruch heilt Jones-Fraktur häufig nicht richtig ab und benötigt oftmals eine operative Behandlung.

Editiert von Arno Frigg, MD am 25. Marz 2013

 

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